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Informationen und Berichte aus der IT-Praxis
Praxis

Phablet im Anwendertest

Business-PC in der Hosentasche: HP Elite X3

HP bietet ein neues High-End-Smartphone-Modell aus der X-Serie an, das Mitarbeiter ganz gezielt mit einem Computer für die Hosentasche versorgen soll. Ob der Hersteller damit auch auf den hybriden Anspruch der Benutzer eingeht und Funktionalitäten eines BYOD-Business-Phone bereitstellen kann, das zudem den gewünschten Unternehmensstandards genügt, erfahren Sie im nachfolgenden Artikel.

Was mich als IT-Vertriebler im Außendienst immer brennend interessiert, ist, wie sehr man wirklich auf die Bedürfnisse des Anwenders eingeht. Ich muss als Außendienstler nicht wissen, wie sicher die Verbindung zu unserem Cloud-Service funktioniert, sondern will mich darauf verlassen, dass sich andere bereits mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Als Vertriebler ist es ein elementarer Grundsatz, dass mich so ein Multitalent bei meinen Geschäftsabschlüssen unterstützt. Und genau an dieser Stelle kann man zweifelsohne von einer mobilen Revolution sprechen, die diese Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertrifft.

Aber was genau macht nun aus einem augenscheinlichen Smartphone von der Stange einen Computerersatz?

Die Antwort ist im Prinzip ganz einfach: ausreichend Power in Bezug auf Rechenleistung mit dem Snapdragon™-820-Prozessor, 4 GB DRR 4 RAM und 64 GB (erweiterbare) Speicherkapazität sowie entsprechendes Zubehör wie DeskDock und LapDock.

Mit diesem von HP verfügbaren Zubehör verwandelt man das Telefon – HP möge mir an dieser Stelle bitte verzeihen, dass ich das Phablet ständig Telefon nenne, nur, weil es so ausschaut – in einen hochwertigen Office-Arbeitsplatz. Die DeskDock verbindet Monitor, Tastatur und Maus, stellt USB-Anschlüsse bereit und kombiniert dies zu einem hochwertigen Schreibtischarbeitsplatz.

Vor sich hat man dann die professionelle Lösung für alle Bedürfnisse, so wie man es als Windows-Benutzer erwartet. An dieser Stelle bleibt anzumerken: Die gewohnte Büroumgebung auf dem externen Bildschirm weicht ein wenig von der erwarteten Ansicht der Anwendungen ab. Das ist dem Umstand geschuldet, dass die vertrauten Microsoft-Windows-Anwendungen über Microsoft Continuum bereitgestellt werden. Böses Wort. Was bedeutet das?

Microsoft-Office-Anwendungen überall und immer

Im Office, mit LAN-Verbindung: Mit der von HP zur Verfügung gestellten Desktop-App HP-Workspace taucht man in die bekannte Welt von 32-Bit-Office Cloud Anwendungen ab, die von HP-Servern (AWS Cloud) über das Internet auf den Bildschirm gestreamt werden. Darunter fallen selbstverständlich wiederum Word, Excel und viele weitere Applikationen, die den vollwertigen Büroalltag erleichtern.

Die Microsoft-Continuum-App ist an dieser Stelle der „Übersetzer“, um das kleine Display des Smartphones auf einer ansehnlichen Größe des Monitors oder dem LapDock bereitzustellen. Alternativ – das ist meines Erachtens noch viel spannender – ist es somit auch möglich, per Remote App einen virtuellen Windows-Desktop aus dem eigenen Unternehmen zu nutzen. Auf dieser Grundlage ist der Anwender nämlich in der Lage, auf dem Terminalserver des Unternehmens, wie auf einer Workstation oder einem Thinclient, zu arbeiten. Eine vollständige Integration dieses Device in die Unternehmensumgebung erreicht man also via Netzwerk über den Remote-Desktop-Service und hat Zugriff auf seine zur Verfügung gestellten Laufwerke und Anwendungen.

Unterwegs, über LTE: Mit den Microsoft-Office-Softwareapps für Mobile Phones, die übrigens über den Microsoft-Store kostenlos bereitgestellt werden, können Sie unter anderem mit der Word-App Geschäftsdokumente erstellen oder mit Excel Ihre Auswertungen erstellen und bearbeiten. Weitere Anwendungen zur Präsentation sind ebenso verfügbar wie auch Outlook zur Kommunikation via E-Mail.

Das funktioniert übrigens unterwegs ganz komfortabel auch mit der HP LapDock, die Ende des Jahres verfügbar sein wird. Mit der HP LapDock sendet man den Inhalt des Smartphone-Bildschirms auf eine Art Laptop ohne eigene Intelligenz, weshalb diese nur in Verbindung mit dem Smartphone funktionsfähig ist. Und klar, die zuvor genannten Büro-Features stehen auch von unterwegs zur Verfügung, sofern eine Funkverbindung mit ausreichend Bandbreite verfügbar ist.

IT – nach Hause telefonieren

Telefonie und kompromisslose Kommunikation sind ein nicht zu vernachlässigendes Funktionskriterium bei der Auswahl eines Smartphones.

Ich persönlich empfinde übrigens die Unterstützung von mehr als einer SIM-Karte, wie es bei diesem Phone im Standard angeboten wird, zum Telefonieren und Kommunizieren als ein Entgegenkommen seitens des Herstellers. Man ist es ja gewohnt, neben dem Firmenhandy auch noch sein eigenes Gerät immer dabei zu haben. Das ist unvorteilhaft und verursacht oftmals Probleme.

Ein Beispiel: Fahrzeuge mit werksseitig verbauter Freisprecheinrichtung bieten einen deutlichen Mehrwert und ich möchte nicht entscheiden, ob ich mich mit meinem privaten oder Firmentelefon mit dem Auto verbinde. Das Elite X3 verbindet sich anstandslos per Bluetooth mit dem Fahrzeug und stellt sowohl die privaten als auch die dienstlichen Telefonate zu mir durch. Ebenso verhält es sich mit jeglicher Art von Nachrichten, die auf dem Bildschirm getrennt voneinander dargestellt werden.

Da interne Unternehmensnetzwerke durch die geforderte Mobilität und BYOD-Gerätschaften unübersichtlicher geworden sind, werden Unternehmen vor die Herausforderung gestellt, Bedrohungen zu erkennen, die, oft unbeabsichtigt, von ihren Benutzern ausgehen.

Glücklicherweise ist es so, dass HP Enterprise dieser Problematik mit dem Software-Defined-Networking (SDN) begegnet. SDN ist ein offener Standard der Vernetzung, der es Unternehmen ermöglicht, Services dynamisch zu begegnen, um diese auf die Geschäftsziele auszurichten. Mit der Anwendung HPE Network Protector SDN werden BYOD-Geräte in das Sicherheitskonzept aufgenommen, um Schwachstellen innerhalb der Netzwerkstruktur zu begegnen.

Serviceerweiterung, CarePack selbstverständlich

HP bietet optional für diese Businesshardware einige Serviceerweiterungen an. Hier kann der Kunde entscheiden, ob ein HP CarePack für ein, zwei oder drei Jahre erworben wird, um die Herstellergarantie auf einen Vor-Ort-Austausch- Service zu erweitern. Im Falle eines Defektes wird das Gerät dann innerhalb von zwei Jahren (CarePack U9DX1E) am nächsten Arbeitstag ausgetauscht.

Das ist ein ansprechendes Angebot für den sofortigen Austausch der Hardware. Die Wiederherstellung der installierten Apps und Einstellungen erfolgt über den registrierten Account des Anwenders und dauert, abhängig von der Masse der Anwendungen, u.U. weniger als eine Stunde. Somit muss man sich keine Gedanken machen, wie man seine Anwendungen, nebst Einstellungen, zurückerlangt. Gespeicherte Daten auf dem Telefon können über diesen Weg nicht wiederhergestellt werden, es sei denn, man hat regelmäßig seine Daten synchronisiert, beispielsweise in der Microsoft-OneDrive-Business-Cloud.

Datensicherheit auf höchstem Niveau

Gemäß den Herstellerangaben unterstützt das Gerät Secure Boot, eine einheitliche 128-Bit-Bildverschlüsselung, 256-Bit-Festplattenverschlüsselung, Anti-Rollback und fTPM-2.0-Sicherheit. Windows 10 stellt von Hause aus eine 128-Bit-Bitlocker-Verschlüsselung, sowie ein auf Unternehmen zugeschnittenes VPN bereit.

Zudem erkennt das Elite-X3-Gerät via biometrische Authentifizierung mit Iriserkennung und per Fingerabdruckleser seinen Benutzer, der sich auf der Geräterückseite befindet. Eine Rücksicherung oder Auslesen von Daten, die sich auf dem Smartphone befinden, ist somit nahezu ausgeschlossen.

Hacker attestieren im Übrigen dem Windows-10-Mobile-Betriebssystem einen deutlichen Vorsprung in Sachen Sicherheit.

Meeting ohne Block und Bleistift

Ein echtes Business-Feature, um bei Besprechungen oder sonstigen Gelegenheiten mal einige Dinge einfach mitzuschreiben, bietet der HP-Elite-X3- Passive-Stylus-Stift. Nach den ersten Eingaben auf dem Phablet hat man direkt einen Wow-Effekt.

Das Mitschreiben kurzer handschriftlicher Notizen gelingt recht einfach und ist auf jeden Fall alltagstauglich. Mit den entsprechenden Apps ist man recht einfach in der Lage, seine Inhalte zu teilen oder für die gemeinsame Bearbeitung freizugeben. Der Stylus Pen ist in diesem Bereich eine willkommene Ergänzung.

Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass dieser Stift im Gerät versenkt werden könnte, damit man ihn schneller griffbereit zu hat. HP liefert zwar einen Clip und ein Lanyard-Band, allerdings wird sich das in dieser Form wohl kaum jemand um den Hals hängen.

Fazit

HP scheint es verstanden zu haben, sich nach den Bedürfnissen des Anwenders zu richten, und legt somit nicht nur Wert auf eine kompromisslose Implementierung in die vorhandene IT-Infrastruktur, sondern versetzt den Anwender auch in die Lage, einen multifunktionalen Minicomputer jederzeit dabeizuhaben, mit dem man, nebenbei gesagt, auch telefonieren kann.

Ich persönlich würde noch zusätzlich zum angebotenen HP Wireless Charger greifen, um kontaktlos ohne Kabel laden zu können. Und auch ein HP-USBC-to-VGA-Adapter könnte das ein oder andere Mal recht nützlich sein.

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