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Praxis

End of Support bei Windows Server 2008 / R2 und Exchange Server 2010 SP3 -

Welches Produkt ist der richtige Nachfolger für Ihr Unternehmen?

„Denke immer an das Ende, da die verlorene Zeit nicht zurückkehrt!“ – dieses Zitat des Augustiner-Chorherren Thomas von Kempen stammt aus dem 15. Jahrhundert und könnte doch kaum aktueller sein, wenn es um das Support-Ende vieler Microsoft-Produkte geht. Viel Zeit, seine Systeme umzustellen, bleibt bei Windows 7, Windows Server 2008/R2 und Microsoft Exchange Server 2010 SP3 nicht mehr. Wer clever ist, macht aus der Not eine Tugend und nutzt den Zwang zu handeln dazu, seine Systeme fit für die Zukunft zu machen.

 

Den 14.01.2020 sollte mittlerweile jeder Systemintegrator so gut kennen wie seinen Geburtstag. In der letzten Ausgabe der READ:IT haben wir uns bereits dem Ende des Supports für Windows 7 gewidmet und einen Ausblick auf Windows 10 gegeben. Diese Umstellung bringt die meisten Reibungen mit sich, da die Anwender direkt von einer großen und sichtbaren Änderung betroffen sind. Nicht so bei den anderen beiden Kandidaten, die zur gleichen Zeit aus dem Rennen gehen: Windows Server 2008 / R2 sowie Microsoft Exchange Server 2010 SP3. Davon betroffen ist ebenfalls der Small Business Server 2011, der auf diesen Versionen basiert.

 

Aber wie bei einem Geburtstag gibt es auch bei diesem Abschied etwas zu feiern. IT-Abteilungen auf der ganzen Welt können sich über neues Spielzeug freuen, und wir reden nicht von smarten China-Gadgets, sondern von Technologien der aktuellsten Generation, sei es im Server-, Storage-, Betriebssystem- oder Cloud-Umfeld. Denn oft ist die Hardware, auf der aktuell noch eine Server-2008-/R2-Infrastruktur aufbaut, nicht viel jünger. Man darf dieses Supportende also als Chance sehen, in eine moderne IT-Landschaft zu investieren und, Achtung Buzzword!, einen „Ritt auf der Welle der Digitalisierung“ zu wagen.

Welche Folgen hat das End of Life (EoL) für Ihr Unternehmen?


Was beide Produkte gemeinsam haben, neben dem End-of-Life (EoL)-Datum: Man wird keinerlei kostenfreie Sicherheitsupdates und keinerlei Support mehr durch Microsoft erhalten und die Compliance ist in Bezug auf die DSGVO nicht mehr gegeben. Dies macht Ihre IT nicht nur anfälliger für Cyberangriffe, sondern es drohen im Zusammenhang mit derDSGVO auch hohe Strafen bei Verstößen. Microsoft bietet nach wie vor die sogenannten „Extended Security Updates“ für abgekündigte Produkte an. Hier kommen jährliche Kosten in Höhe von 75 % der vollen Lizenzgebühren der neuesten Version auf Sie zu. Auf eine geeignete Alternative kommen wir später nochmal zu sprechen.

 

Nachfolger von Microsoft Exchange Server 2010

Es besteht die Möglichkeit, auf Exchange 2013, Exchange 2016 sowie, über einen Zwischenschritt, auf Exchange Server 2019 zu migrieren. Exchange 2016 ist bereits einige Jahre auf dem Markt und alle Kinderkrankheiten sind  beseitigt. Außerdem begnügt sich Exchange 2016 mit deutlich weniger Ressourcen. Das erweiterte Supportende von Exchange 2016 und Exchange 2019 liegt bei beiden Versionen im Jahr 2025. Im Gegensatz hierzu ist Exchange 2019 ein echter Ressourcenfresser. Bereits in den Mindestanforderungen werden 128 GB RAM verlangt. Hinzu kommt, dass man einen Volume-Licensing-Vertrag benötigt, andernfalls kann Exchange 2019 nicht lizenziert werden.

 

Exchange 2019 wird also als Enterprise-Produkt in Stellung gebracht. Der Exchange Server 2016 ist weiterhin eine gute Investition für KMU, die keine überdimensionierte Hardware anschaffen wollen. Alternativ steht für KMU die Migration nach Exchange online zur Verfügung. Wagen Sie den Schritt in Richtung Cloud noch nicht oder haben Sie  grundsätzliche Bedenken? In dem Fall ist unsere Hosted-Exchange-Lösung aus unserem in Deutschland betriebenen Rechenzentrum eine Option für Sie. Sprechen Sie uns an und wir finden eine passende Lösung für Ihre Anforderungen.

 

Nachfolger zu Microsoft Server 2008 / R2


Hier bieten sich weitaus mehr Möglichkeiten. Entweder ganz klassisch eine Migration auf den aktuellsten Nachfolger, Server 2019, auf Ihrer eigenen  Hardware mit all seinen Vor- und Nachteilen.  Bei einer Gegenüberstellung von On-Premise- und Cloud-Lösungen werden im ersten Augenblick oft die Betriebskosten für einen Serverraum oder ein RZ übersehen und nicht eingerechnet. Alternativ kann man sich dazu entschließen, seine Workloads auszulagern. Hierfür bietet H&G Kapazitäten in seinem Rechenzentrum in verschiedensten Ausbaustufen, angefangen bei einzelnen VMs bis zu kompletten Umgebungen mit Domain Controller, File Server, Exchange und allem, was dazugehört. Zusätzlich stehen Ihnen umfangreiche Leistungen aus unserem Managed-Service-Portfolio (u. a. Patchmanagement, Monitoring und Backup) zur Verfügung.

 

Letzte Rettung: Azure-Cloud


Welchen Vorteil bietet die Cloud von Microsoft? Für alle, die aufgrund von Abhängigkeiten noch Zeit benötigen, bietet es sich an, ihre Server in die Azure-Cloud zu migrieren. Hier offenbart sich die eingangs erwähnte Alternative zu den kostspieligen „Extended Security Updates“: Microsoft gewährt  allen VMs, die in der Azure-Cloud betrieben werden, drei weitere Jahre kostenfreien Support auf ihre Server-2008-/R2-Systeme. Sollten Sie also noch Workloads oder Applikationen im Einsatz haben, die sich nicht vor dem EoL migrieren lassen, ist dies vielleicht die beste Alternative.

 

Server, die in der Cloud betrieben werden, lassen sich ebenfalls durch einen Managed Service von H&G ergänzen. Weiterhin gilt, sprechen Sie uns an und wir erarbeiten zusammen eine Lösung, die für Sie maßgeschneidert ist. Ob nun konservativ oder zukunftsorientiert, die Entscheidung liegt bei Ihnen.

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